Agiles Arbeiten

AGILES ARBEITEN

Immer mehr Unternehmen erkennen unter zunehmenden Wettbewerbsdruck und kürzer werdenden Produktlebenszyklen vor allem eins: innovative Produkte sind am Markt gefragt. Die Gegenantwort auf die Herausforderungen in einem dynamischen Arbeitsumfeld lautet agiles Arbeiten.

WIE FUNKTIONIERT AGILES ARBEITEN?

Mit agilem Arbeiten werden alte Strukturen aufgebrochen – anstelle von Befehlen treten Visionen und anstelle von Gehorsam tritt ein hohes Maß an Eigeninitiative. Somit muss sich nicht nur das Team an das agile Arbeiten anpassen, sondern auch die Führungskraft. Dessen Aufgabe besteht nun darin, dem Team eine Vision zu präsentieren und es von dieser nicht nur zu überzeugen, sondern auch zu begeistern. Die Motivation der Mitarbeiter kann hierbei als zentrale Aufgabe des Managers verstanden werden, denn diese ist essenziell für das veränderte Rollenbild des Teams.

Agiles Arbeiten  bedeutet für das Team Selbstorganisation. Während vom Management vorgegeben wird, was umgesetzt werden soll, entscheidet das Team eigenständig über das ‚Wie‘ der Umsetzung. Die Qualität des Outputs hängt dabei von dem Team ab. In regelmäßigen Meetings tauscht sich das Team über Arbeitsfortschritte und Prozessabläufe aus. Durch kurze Feedbackschleifen und kurze Planungshorizonte optimiert das Team Arbeitsabläufe. Agiles Arbeiten geht folglich mit viel Transparenz und einem hohen Kommunikationsbedarf einher.

Doch die Implementation erfolgt nicht einfach von heute auf morgen…

KEINE ‚ONE FITS ALL‘ LÖSUNG

Wie so oft lautet die Devise „Probieren geht über Studieren“. Über agiles Arbeiten lässt sich viel Literatur finden, doch wie die Lösung konkret implementiert werden sollte, weiß nur einer – nämlich das Unternehmen selbst. So variiert beispielsweise die Länge der Meeting-Abhaltungszyklen von Unternehmen zu Unternehmen – während in einigen Unternehmen  eine Woche ausreicht, um das erste Produktinkrement zu präsentieren, müssen wiederum andere dafür mehr Zeit in Anspruch nehmen. Die Ausgestaltung des Prozesses ist somit individuell unterschiedlich und gerade zu Anfang eine Sache des Ausprobierens.

UNTERNEHMENSKULTUR

Wer agiles Arbeiten einführen will, sollte beachten, dass sich nicht jedes Teammitglied mit dem Gedanken des agilen Arbeitens direkt anfreunden kann. Höhere Transparenz und eine erhöhte Eigenverantwortung können, wenn auch ungewollt, Druck auf Mitarbeiter ausüben. Das Resultat: der veränderten Arbeitsweise wird mit Skepsis und Misstrauen begegnet.

Dieser Einstellung muss im Laufe des Wandels zu einer agilen Unternehmenskultur entgegengewirkt werden. Eine konsistente Umsetzung – etwa durch die Einräumung von Entscheidungsfreiräumen – trägt zu einer höheren Akzeptanz und der Entwicklung von intrinsischer Motivation bei. Auch erste Erfolgserlebnisse stärken das Vertrauen in die neue Arbeitsweise.

WELCHE METHODEN GIBT ES ZUR UMSETZUNG AGILEN ARBEITENS?

Bekannte Management Frameworks zur Umsetzung agilen Arbeitens sind Scrum und Kanaban. Im Folgenden werden diese kurz vorgestellt und anschließend verglichen.

Scrum

Scrum findet vor allem in Entwicklungsprozessen innovativer Produkte Anwendung. Dabei stellt der sogenannte Product Owner die fachlichen Anforderungen an das Produkt und dokumentiert diese im sogenannten Product Backlog. Für die Umsetzung der Anforderungen ist das Team verantwortlich. Dabei setzt das Team in kurzen Planungshorizonten (üblicherweise in 1-4 Wochen, sog. Sprints) eine ausgewählte Anzahl an Produktanforderungen um und präsentiert am Ende jedes Entwicklungszyklus ein fertiges Produktinkrement. Die Produktinkremente werden um die von dem Product Owner festgehaltenen Anforderungen im nächsten Entwicklungszyklus erweitert.

Kanban

Bei Kanban handelt es sich um einen kontinuierlichen Prozessablauf. Ganz nach dem Motto „Stop starting – start finishing!“ zielt Kanban darauf ab, angefangene Aufgaben abzuschließen, bevor neue Aufgaben nachrücken. Anhand eines Kanban Boards wird visualisiert, welche Aufgaben es zu erledigen gilt, welche aktuell bearbeitet werden und welche schon abgeschlossen wurden. Sind Aufgaben erledigt, rücken neue Aufgaben aus dem Backlog (=priorisierte Liste mit Produktanforderungen) in die ‚Aufgaben, die es zu erledigen gibt‘ Spalte. Dies wird solange fortgeführt, bis am Ende das fertige Produkt steht.

Der wohl größte Unterschied zwischen Scrum und Kanban betrifft die zeitliche Komponente. Während es bei Scrum festgelegte Zeiträume für Entwicklungszyklen gibt (Sprints), laufen Prozesse mit der Kanban Methode kontinuierlich, also ohne festgelegte Zeiträume, ab. Welche Methode besser geeignet ist, ist von Team zu Team unterschiedlich. Tendenziell lässt sich sagen:

Je unerfahrener ein Team und je komplexer ein Projekt, desto eher eignet sich Scrum.

DER UNTERSCHIED

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